BFC Dynamo vs. Ludwigesfelder FC 2:2 (1:1)
1. Spieltag
09. August 2009
Besser kann das Wetter für einen Saisonanfang nicht sein und so pilgerten viele weinrot-weiße Fans ins Sportforum. Die neue(n) Dauerkarte(n) in der Tasche konnte man sich gekonnt dem Kassenhäuschen entziehen, welches dieses Mal an ehrwürdiger Stelle der alten „Eisdynamos“ geöffnet war. Im Gegensatz zu den letzten Heimspielen der Vorsaison merkte man, dass eine positive Spannung bei den erschienenden Fans herrschte. Endlich ist die fußballfreie Zeit zu Ende und außerdem gibt es viele Erwartungen an die neue Spielzeit. Unser BFC Dynamo soll es dieses Jahr schaffen, einen Sprung nach vorne zu machen - sowohl sportlich als auch organisatorisch. Für dieses Ziel wurde vor der Saison viel gewerkelt und getüftelt: die Fans der Gegengerade haben eine neue Versorgungsstation erhalten, das Vereinsheim wurde aufgemotzt, den BFC ziert ein neues Logo und vor allem die Fans haben dafür gesorgt, dass man mit Nico Patschinski (Nr.66) einen sehr erfahrenen Bomber verpflichten konnte.
Mit einem kalten Getränk in der Hand ging es sogleich in das Stadionrund, wo man schnell noch ein paar bekannte Gesichter begrüßte, bevor das Spiel angepfiffen wurde. Die Startformationen beider Mannschaften boten Überraschungen. Zum einen spielte der schmächtig wirkende Tony Ullrich (Nr. 4) von Anfang an auf der linken Verteidigerposition. Zum anderen sah man auf Seiten des LFC mit Christian Rauch und Dennis Kutrieb zwei bekannte Gesichter.
Das Spiel begann ohne langes Abtasten und schnell wurden auf beiden Seiten die ersten Chancen herausgespielt. Man merkte unserer Mannschaft an, dass Sie sich der Heimspielverantwortung bewusst war und dass sie mehr und mehr die Kontrolle im Spiel zu übernehmen versuchte. Die Mannschaft bewegte sich viel und der Ball wurde schnell laufen gelassen. Auch in der Abwehr stand man sicher. In der 13 Minute sogar so sehr, dass weder der Ball noch der Raucher die Strafraumgrenze passieren durften. Der Schiedsrichter entschied auf Foul und Dennis Kutrieb legte sich den Ball zurecht und verwandelte den Freistoß passgenau ins obere linke Eck, so dass Thomaschewski (Nr. 1) nur noch hinterher schauen konnte. Doch wer sich jetzt noch in der Mannschaftseinstellung der letzten Saison wähnte und an Resignation und Frust dachte, wurde schnell eines besseren belehrt. Kaum lag der Ball wieder am Mittelpunkt, wurde weiter gekämpft und weitere Chancen herausgespielt. Nach langer Flanke von rechts hinten zum Bomber in die Spitze konnte dieser in der Luft nur durch einen Schlag in den Nacken gestoppt worden. Es war ein klares Foul, aber ein alter Hase wie Patschinski weiß auch wo und wie er zum Ball zu stehen hat, dass ihn der Gegner nur noch mit einem Foul vom Ball trennen kann. Der Schiedsrichter entschied sofort auf Strafstoß und das stimmungsentwöhnte Sportforum konnte schon die ersten Jubelschreie vernehmen. Tobias Kurbjuweit (Nr. 13) legte sich die Kugel auf den Punkt und der Schiedsrichter gab den Elfer frei. Doof für den LFC nur, dass ihr Torwart immer noch zu meckern schien und am rechten Pfosten stand, während Kurbel den Ball sicher in die andere Ecke verwandelte. Jetzt war das Spiel wieder offen.
Unsere Mannschaft spielte zielstrebig in Richtung Tor. Christian Preiss (Nr.16) war wieder einmal ein Laufwunder. Aber auch die anderen Spieler brauchten sich nicht verstecken. Da ist Herr Backs wohl seinen Prinzipien als Schleifer treu geblieben. Auch Neuzugang Firat Karaduman (Nr.23) konnte die meisten der schnell in die Spitze gespielten Pässe erlaufen und somit für die Eröffnung einiger Torchancen sorgen. Leider versuchte er in einigen Situationen doch den einen Mann zuviel auszuspielen, aber er brachte durch seine Schnelligkeit Unruhe in die Abwehr des LFC. Im Gegensatz zu den meisten Spielen in der letzten Saison versuchte man jedoch auf jeden Fall einen Abschluss zu finden um nicht den Ball allein im Mittelfeld zu behaupten. Größter Aufreger auf Seiten des LFC war ein schnell ausgeführter Freistoß, bei dessen Ausführung Thomaschewski gleichzeitig noch die Mauer stellte. Zum Glück ging dieser am linken Pfosten vorbei.
Bis zur Halbzeit sahen die Fans ein unterhaltsames Spiel, bei dem lediglich der 6er des LFC durch unsportliche Aktionen auffiel.
In der Halbzeit konnte man unproblematisch und schnell einen kleinen Snack und ein erfrischendes Getränk zu sich nehmen. Die beiden Damen am Getränkewagen haben hier wirklich gute Arbeit geleistet. Mit Wurst und Spezi in der Hand sah man dem bunten Treiben am Fanartikelstand zu und konnte auch viele der alten BFCer mit neuen Fahnen und Tassen weggehen sehen.
Nach dem Pausentee kam Max Gerhardt (Nr. 18) für den bisher unauffälligen Hassan Oumari (Nr.15). Das Spiel ging so weiter, wie es zur Halbzeit geendet hatte: es blieb spannend und unterhaltsam. Unser BFC wurde immer sicherer und nahm nun das Zepter fast vollständig in die Hand. Man merkte den Siegeswillen. In der Folge erarbeitete man sich viele Chancen, die jedoch leider nicht genutzt werden konnten. Niko Patschinski wurde von der LFC Abwehr mit Sonderbewachung versehen und sorgte somit indirekt für die Freiräume der anderen Spieler. Nach hinten Stand der BFC mit Robert (Nr.5), Petrowski (Nr.6) und vor allem Kurbel und Ullrich sehr sicher. Besonders der schmächtig wirkende Ullrich konnte sich körperlich und technisch gut gegen die Stürmer des LFC durchsetzen. Man munkelte, dass er wohl heimlich im Boxclub trainiert haben möge J.
In der Sturm und Drangphase (50. bis 64. Minute) schaffte es der BFC den Gegner in der eigenen Hälfte festzunageln. Auch die Einwechslung von Dennis Kukulies als Sturmpartner von Patschinski brachte weiteren Schwung in die Partie. Nachdem einige merkwürdige Freistoßvarianten nichts Zählbares gegen die Abwehr des LFC auszurichten vermochten, so war es Niko Patschinski, der nach einer Ecke in Goalgettermanier eine Ablage von Kadir Erdil (Nr.8) nutzte und unter die Latte schoß. Jetzt gab es kein halten mehr auf den Rängen. Man traute seinen Ohren kaum. Laut wurden Lieder angestimmt und gefeiert.
Leider ließ sich die Mannschaft von dieser Atmosphäre zu etwas mehr Zurückhaltung verführen. Fortan war das Spiel wieder ausgeglichener und wurde auch zunehmend ruppiger. Der LFC versuchte über den Kampf in das Spiel zurückzukommen und Dennis Kutrieb konnte das ein oder andere Mal einen gefährlichen Angriff einleiten. Richtige Chancen ergaben sich jedoch für den LFC nicht. Lediglich durch einen Freistoß an der Ecke konnte der im Strafraum völlig freistehende Leutloff den Ball in das linke untere Eck köpfen. Die Katze war zwar noch dran, konnte den Ball aber nicht mehr richtig klären.
Der BFC bemühte sich das Spiel dennoch zu drehen. Aber der LFC schien mit diesem Punkt zufrieden zu sein und versah sich auf das Zeitspiel (Torwart) und unschöne Aktionen (Torwart und 6er). In einem bis zum Schluss spannenden Spiel schaffte es der BFC zwar ein interessantes Fußballspiel zu bieten, aber leider keinen Sieg gegen diesen starken Gegner einzufahren. Das zuschauen hat jedoch sehr viel Spaß gemacht und nachdem die Erregungen nach dem Spiel gewichen waren freut man sich schon auf die nächste Partie auswärts beim Lichtenrader BC. Zum Glück ist der Boykott vorbei, denn diese Mannschaft hat es verdient angefeuert zu werden. Kurbel und Ullrich treiben an den Außenlinien nach vorn, Preiß läuft wie ein Marathonläufer und zaubert wie eine Ballerina, Spork und Erdil spielen saubere Pässe in den Sturm, wo sich Patsche und Kuki gut ergänzen. Ich bin sehr zuversichtlich: da geht noch was…
Statistik
BFC Dynamo:
Thomaschewski, Kurbjuweit, Rudwaleit, Petrowsky, Ullrich, Erdil, Oumari (46. Gerhard), Spork, Preiß, Karaduman (65. Kukulies), Patschinski. Trainer: Backs
Ludwigsfelder FC:
Schostock, Bengs (66.Franke), Hinze, Leutloff, Kiyak, Ruprich, Neumann, Knöfel (21. Dejagah, 70. Hass), Kutrieb, Rauch, Thomas.
Trainer: Löbenberg
Tore:
0:1 Kutrieb (14.) herrlicher Freistoß in den Winkel, 1:1 Kurbjuweit (17.FE) nach Foul an Patschinski, 2:1 Patschinski (64.), 2:2 Leutloff (72.) nach einem Freistoß per Kopfball.
Schiedsrichter:
Marcel Unger (Nordhausen)
Zuschauer:
808 zahlende (keine Ludwigsfelder Fans)
Gelbe Karte:
Gerhard (F), Spork (M), Patschinski (U) / Kutrieb (M), Kiyak (F), Ruprich (F), Leutloff (F), Schostock (U)