BFC Dynamo vs Fakensee/Finkenkrug 2:0 (2:0)

7. Spieltag

27. September 2009


Jede Menge „Querscheiße“
Die Sonne warf heute ein für dieses Jahr vermutlich letztes Mal ihre weibersommerlichen Strahlen ins Sportforum – da hieß es die Gelegenheit beim Schopfe packen. 1012 Fans sahen das auch außer mir so, der Aufschwung an Zuschauern spiegelt somit das zarte Pflänzchen Hoffnung wieder, genährt durch eine in den letzten Spielen immer besser aufspielende Mannschaft. Im Gegensatz zu den Parteien ist das Sportforum in letzter Zeit eine gute Wahl. Nach einem bereinigendem Gespräch unter Männern mit dem Ditzel ging’s dann rüber auf die GG. Der Gefechtsstand war schon durch die Fanmutti nebst Anhang besetzt und der Kuchen wartete auch schon. Klein Eddi schwang die Buddelschippe und Genosse Hopp Volxreden.
Zwei Überraschungen erwarteten mich auf dem Platz, eine daneben. Zum ersten Patsche. Jener holte sich auf der Fuxwiese der Reinickendorfer eigentlich eine Bänderdehnung. Erstaunlich also, dass er das Risiko einging. Aber er ist Profi genug, um das selbst einzuschätzen. Die andere Überraschung war für mich Sporki. Jener hatte die Woche eine fette Grippe zu überstehen, und klammerte sich den Berichten zu Folge im Vereinsheim an einer Tasse Teefest. So krank war der Guido! Freundlicherweise streute er seine Krankheit noch unters Volk, so dass mir die Holznase eine Tag zuvor noch einen kleinen Eindruck über den Krankheitsverlauf verschaffte. Aber ums es vorweg zu nehmen, der Guido machte ein tolles Spiel. Vielleicht sollte er öfter…nun ja.
Und als drittens war ich zunächst verwundert ob der Tatsache, dass unsere Balljungen plötzlich „bezöpft“ waren. Waren sie aber gar nicht, sondern unsere E-Mädchen. Diese hatten sich heute die Ehre verdient, mit unseren Spielern einzulaufen und dann die Bälle zu hüten. Waren wohl stolz wie Bolle.
Ums kurz zu machen. Die erste Halbzeit spielte eigentlich ausschließlich unser Ruhmreicher. Sicherlich mit etwas angezogener Handbremse, aber zumindest stetig. Im Grunde wurden unsere Spieler aber von äußerst harmlosen Falkenseern kaum gefordert. Unsere Jungs ließen den Ball laufen und erarbeiteten sich trotz noch mancher Ungenauigkeit beim Passspiel etliche Chancen. Aber leider wurden sie dabei immer wieder durch tatsächliche und auch vermeintliche Abseits im Vorwärtsdrang gehindert. Es gab Phasen, da nervte die Schieri-Püppi durch ihr unsouveränes Auftreten doch mächtig. Glücklicherweise brachte das unsere Mannschaft nicht zu sehr aus dem Konzept, nur Backe auf die Palme. Wenn der da an der Seite so weiter wütet, werden wir ihm wohl bald eine Schwester an die Seite stellen müssen, die von Zeit zu Zeit seinen Puls misst. Und das Coachingzonen letztlich nur empfehlenden Charakter haben, konnten wir in Halbzeit zwei sehen. Da überwachte unser Cheftrainer die Auswechslungen gleich mal eben persönlich, sicherheitshalber die des Gegners gleich mit. Man weiß ja nie. Um die Zwanzigste herum hat Spork seine erste gute Aktion, jedoch bekam er noch keinen richtigen Druck hinter den Ball und der Torwart konnte relativ problemlos fangen. Viertelstunde später dann besser. Nachdem er mustergültig durch die aufgerissene Mitte geschickt wurde, den Ball lässig mit der Brust mitnahm, drosch er diesmal unhaltbar den Ball am Keeper vorbei (1:0, 37.min). Das sah so dermaßen toll in der Ballmitnahme und der Schusshaltung aus, dass ich ihn für einen Moment sogar für Patsche hielt. Aber die anderen hatten es richtig  gesehen – es musste es wirklich selbst gewesen sein. Ein paar Minuten später war der es dann aber wirklich. Aber zunächst durfte noch einmal Kurbel für Gefahr sorgen, als er am langen Pfosten zum Kopfball (ja zum Kopfball!) kam. Im Grunde merkte man, dass er dieses Vergnügen nicht all zu oft hat. Eigentlich alles richtig gemacht, gegen die Laufrichtung des Keepers in die lange Ecke geköpft, der Torwart eigentlich schon geschlagen. Aber letztlich fehlte die Wucht hinter dem Ball, so dass der Ball von den in der Not herbeigeeilten Verteidigern noch erwischt wurde. Dann wird, wie schon erwähnt, Los Bombos auch durch die Mitte geschickt. Eiskalt wartet er bis der Torwart liegt und schiebt an ihm vorbei (2:0, 45.min). Und gleich danach war dann auch schon Pause und ich wieder rüber ins Vereinsheim. Sicherheitshalber mal gleich den Obulus für’s Torgelow-Spiel entrichtet – der Platz im Psychopatenbus ist mir somit sicher.
Die zweite Halbzeit saß unsere Mannschaft dann auf einer Arschbacke ab. Das Tempo deutlich nach unten geschraubt und nach Meinung eines irgendwann davon entnervten Fans viel zuviel „Querscheiße“. Nach eingehender Diskussion dieser Erkenntnis wurde der Mannschaft mehr „Längskacke“ als Lösung des Problems empfohlen. Erstaunlicherweise konnte auch jetzt der Gegner kaum Kapital aus der Situation ziehen. Insgesamt gingen aber zwei gute Gelegenheiten innerhalb der zweiten Halbzeit auf das Konto der Gäste. Die erste ging über die linke Seite und konnte durch den angreifenden Spieler trotz Bedrängnis durch einen Schuss in Richtung rechter Dreiangel abgeschlossen werden. Da Motche die kurze Ecke zu machte, wäre er da niemals mehr herangekommen. Der durchaus glücklich entstandene Schuss strich aber ereignislos über die Querlatte. Bei der anderen wurde der Ball einfach über die Latte gesemmelt. Mehr ließ unsere gute Defensive auch einfach nicht zu, Wallschläger erweist sich einmal mehr als Glücksgriff und harmoniert prächtig mit der „Daueraushilfe“ Petrowsky. Und auch Kurbel rechts, sowie Teufel auf der linken Seite machen einen guten Job dahinten. Aufregung gab’s außerdem eigentlich nur noch zweimal. Ein im Strafraum stehender Falkenseer „parierte“ ein Zuspiel so was von dermaßen auffällig mit dem Arm, dass selbst Fräulein Schieririn nichts anderes übrig blieb, als auf den Punkt zu zeigen. Vielleicht ist es eine ansteckende Krankheit, vielleicht aber auch eine Weltverschwörung. Nach zuletzt zwei verschossenen Elfern durch Sporki und Patsche versemmelte heute nun auch Kurbel. Schuld daran diesmal nicht die „Querscheiße“, sondern die Querlatte. Vielleicht stand ja auch nur das Gras zu hoch. Und dann zeigte Patsche wieder einmal seine exzellente Schusshaltung, als er eine Hereingabe von der rechten Grundlinie direkt annahm und nur knapp am rechten Pfosten vorbeischoss. Unsere Jungs ließen sich diesmal auch nicht wuschig machen und tüdelten das Dingens nach Hause. So wurde es diesmal zwar kein 3:0, aber sicher und verdient war der Sieg allemal. Das ist das beruhigende Gefühl an der Sache.

Sport frei
GordoniX

Statistik

BFC Dynamo:
Thomaschewski, Kurbjuweit, Petrowsky, Wallschläger, Manteufel, Erdil, Spork, Oumari (89. Krauser), Preiß (67.Gerhard), Patschinski, Karaduman (82. Adler). Trainer: Christian Backs

Falkensee/Finkenkrug:
Lutz, Knaak, Krüger, Kötzsch, Purrmann (74.Wicke), Wolchow, S.Meier, Sliwa, Guggenberger (21.Yolcu), Halici (67.Scheinig), Chamkhi
Trainer: Jürgen Görlitz

Tore:
1:0 Spork (37.), 2:0 Patschinski (45.)

Schiedsrichter:
Daniela Schneider
(Limbach-Oberfrona)

Zuschauer:
1013 Zahlende (ca. 10 Falkenseer Fans darunter)

Gelbe Karte:
Wallschläger, Manteufel, Spork (3) / Wolchow (4), Knaak

Besondere Vorkommnisse:
Tobias Kurbjuweit verschießt Handelfmeter (64.)