BFC Dynamo vs Brandenburg Süd 3:3 (2:1)
4. Spieltag
30. August 2009
Es ist ein Frosch entsprungen…
Am „Day after MP-Turnier Players Party Sause“ begegnete ich erwartungsgemäß jede Menge Leuten mit großen, schwarzen Sonnenbrillen, welche mir jedoch allesamt versicherten, dass alles restlos in Ordnung sei. Genau! Die Augen zur Faust geballt, aber alles eitel Sonnenschein. Wer’s glaubt… Und man staunt, sogar eine klitzekleine Abordnung aus Brandenburg hat sich eingefunden.
Ansonsten erst mal der Schock – Jonny von der Gurkenlandtruppe in der Nacht auf dem Weg nach Hause schwer verunglückt! Am Abend noch zusammen gefeiert und nun das… Jonny, bleib hart. Du schaffst das!
Dann war ich persönlich schon gespannt, wie die improvisierte Abwehr nach dem Abgang von Bodo’s Junior aussah. Er und Kuki hatten ja mit großem Peng zu Beginn der Woche der Verein verlassen und seitdem schossen die Gerüchte sprichwörtlich ins Kraut. Man könnte meinen, dass die BFCer nach den letzten Jahren so was nicht mehr aus der Reserve locken könnte. Jedoch betraf es hier ausgerechnet eines der letzten BFC-Urgesteine. Entsprechend polarisierend waren auch die Reaktionen. Von Söldnern bis Heilige war alles dabei. Die Wahrheit liegt vermutlich wie immer irgendwo in der Mitte.
Erwartungsgemäß war die Aufstellung hinten nicht durch Revolutionen gekennzeichnet. Toni Ullrich rechts, Sportskamerad Stosno übernahm die Position vom Junior, Petrowski seine inzwischen angestammte linke Innenverteidigerposition und Teufel ganz links. Sporki wurde von den Forum-Usern zum neuen Mannschafts-Kaleun gewählt... Natürlich Quatsch, aber unerwartet kam das natürlich nicht. Vorne dann eigentlich alles wie immer. Nur eine Frage stellte sich – Wo war Kurbel?! Es fiel auf, da noch etwas Zeit bis zum Anpfiff verging. Denn die Brandenburger mussten sich noch mal umkleiden. Ja, es wurde Wert auf Optik gelegt – immerhin beehrte uns Frau Kunick aus Leeeeptzsch.
Ich weiß nicht, ob die junge Frau indirekt daran schuld war. Aber unsere Mannschaft gleich zu Beginn mit dem Aussetzer. Erst ließ der sonst sehr sichere Toni Ullrich den Mann links ziehen, dann unsere Jungs auf der anderen Seite den Torschützen, der nur noch hinhalten musste (0:1 Neuhaus, 7.min). Jawoll! Aber danach begann unsere Mannschaft einen spielerischen Sturmlauf, der erst durch den Pausenpfiff unterbrochen wurde. Es wurde Fußball gespielt, wie man ihn lange, sehr lange nicht mehr in Sportforum erlebt hatte. Zuerst die promte Antwort vom „Bomber“ im zweiten Versuch – Ballannahme, abgezogen – drin (1:1 Patschinski, 15.min). „Pitsche, Du Patsche!“ Und schon vier Minuten später war das Spiel gekippt. Nach einem Abpraller nach Kopfball war Stosno zur Stelle und es steht 2:1 für den Meister. Und wie schon gesagt, es wurde weiter zelebriert, dass es eine Freude war. Brandenburg hielt zwar kämpferisch dagegen, wurde aber streckenweise richtiggehend schwindlig gespielt. Aber das leidige Problem – richtig, die Chancenverwertung. Karaduman wieder extrem stark, wirkte aber beim Abschluss immer noch etwas gehemmt. Und Patsche fehlte so manchmal einfach nur das Glück. So trudelte ein von ihm abgetropfter Ball am verdutzten Torwart vorbei an den Pfosten. So ging das eigentlich bis zur Pause, bis auf die eine Szene kurz vor der Pause, als Motche mit zwei Glanzparaden den Kasten sauber halten musste. Die alte Leier, bei unübersichtlichen Strafraumszenen verliert unsere Mannschaft die Übersicht. Sonst aber erstaunlich, die Brandenburger in dieser ersten Halbzeit komplett überfordert, dafür aber kämpferisch immer dabei. Dann kurz vor der Pause der Schock, als Toni Ullrich nach einer Blutgrätsche am Gegner plötzlich selbst liegen blieb. Irgendwie sah das Knie komisch aus und richtig, Diagnose herausgesprungene Kniescheibe. Den Legenden zufolge soll er sich diese noch am Spielfeldrand selbst wieder eingerenkt haben. Da wird ihm die postum vom Schieri-Fräulein verliehene Gelbe am sprichwörtlichen A**** vorbei gegangen sein. Somit kam der jüngst angeheuerte Sascha Adler zu unerwartetem Einsatz. Fazit schon mal vorweg. Für den ersten Einsatz OK, aber natürlich noch etwas nervös.
Zweite Hälfte ließ sich auch erst mal sehr gut an. Unsere Mannschaft knüpfte an die erste an und spielte munter weiter. Dann wieder ein schöne Ballstafette über links, Oumari auf Spork, der flankt zu Karaduman und der mit einem kaltschnäuzigen Heber ins rechte Eck (3:1, 57.min). Für mich definitiv das Tor des Tages. Es wurde ganz plötzlich frostig im rund, so coool war der. Aber dann der Bruch im Spiel. Unnötiger Ballverlust, Teufel einen Moment unkonzentriert und der Gegner in Richtung Tor auf und davon. Dabei legt dieser sich den Ball eigentlich zu weit vor, Motche macht auch die Ecke zu, aber Teufel grätscht ihm volles Programm die Beine weg. Hinterher weiß der Sünder mir zu berichten, dass er eigentlich den Ball spielen wollte, jedoch irgendwie im Rasen hängen blieb und so unbeabsichtigt in den Gegner hineinstürzte. Aber ob unbeabsichtigt oder nicht, wer so klar den Gegner im eigenen Strafraum von den Beinen holt, braucht sich über den Pfiff nicht zu wundern. Dummerweise der Schütze auch noch sicher und Motche ohne Chance (3:2 Voß, 66. FE). Gut denkste, blödes Tor, aber man führt ja noch und das Spiel bisher souverän. Aber wie schon gegen Greifswald bricht auf einmal die totale Hektik aus. Die Körpersprache gleicht der eines angeschlagenen Boxers. Blick nach unten, hängende Schultern, die Kommunikation untereinander wird komplett eingestellt. Jeder mit sich selbst beschäftigt. Und das in Führung liegend! Entsprechend aufmüpfig werden nun die Brandenburger. Immer noch nicht spielerisch glänzend, aber sie kaufen unseren Jungs über aggressiven Einsatz den Schneid ab. Meist dreschen sie den Ball einfach nach vorn, wo ihre schnellen Spitzen lauern. Nicht sonderlich schön, jedoch effektiv. Und anstatt wir erst mal Ruhe in den Laden bringen, rennen unsere Jungs hektisch den Brandenburgern ihre Türe ein. Mit der Konsequenz, dass uns außer guten Aktionen vorn auch wieder Ballverluste hinten in Bedrängnis bringen. Das unvermeidliche Tor fällt jedoch nicht nach einem Konter, sondern ähnlich wie gegen Greifswald aus dem Gewühl heraus. Man kann sich echt nur noch die Haare raufen, aber unsere Jungs kriegen da hinten einfach ihren Laden nicht in Ordnung. So kommt Ex-BFCer Karaschewitz in der 79. Minute an den Ball und kann ihn bei uns versenken (3:3). Wobei man sagen muss, dass Selbiger sich zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr auf dem Platz hätte befinden dürfen, aber die junge Frau aus dem Süden hatte ein zweifelhaftes Erbarmen. So rannten unsere Jungs zwar noch mal auf den Kasten der Brandenburger an, jedoch war uns nun das Pech hold. Dies in mehrerlei Hinsicht, da uns kurz vor Ladenschluss auch noch ein Elfer verwehrt blieb. So ließ der Verteidiger das Bein stehen, Patsche blieb hängen und stürzte darüber. Ein Streitfall. Patsche selbst ist der Meinung, dass diese Situation noch eher ein Elfer war, als die in Lichtenrade. Er hat das Bein nicht sehen können und daher keine Chance mehr auszuweichen. Andere meinten, er habe eingefädelt. Aber wie dem auch sei – der Pfiff blieb aus und unser BFC kann wieder einmal nicht die Lorbeeren der eigenen Bemühungen ernten. Am heutigen Tage ganz klar verlorene zwei Punkte gegen zwar kämpferisch starke, jedoch uns spielerisch deutlich unterlegene Brandenburger. Aber zumindest kann man als positives Fazit ziehen, dass unsere Mannschaft bewiesen hat, dass sie attraktiven Fußball zeigen kann und auch gewillt ist. Nun muss sie nur schnellstens lernen, mit Drucksituationen umzugehen. Gut ist, dass wir dafür noch zwei Wochen Zeit bis zum nächsten Kracher gegen Cottbus II haben. Bis dahin könnte eventuell auch schon Ersatz für Robert in der Abwehr verpflichtet sein. Es wird schon wieder gemunkelt im Sportforum.
Nun werden die meisten sich aber ragen, wie ich auf die blöde Überschrift scheinbar ohne jeglichen Bezug gekommen bin. Also das war so…
Zu später Stunde im Vereinsheim entdeckte ich auf dem Tisch der übrig gebliebenen Spieler (halt die üblichen Verdächtigen) einen Napf mit einem Frosch darin. Keine Ahnung, was man so mit einem Frosch anstellt und erst Recht keine Ahnung, was der im Vereinsheim macht. Das war an sich schon verwunderlich genug. Auf Nachfrage wurde mir dann mitgeteilt, dass dies Huhle sein Frosch sei – der aber mit Böckchen auf und davon sei. Also Alex,…und der andere Frosch. Welcher andere Frosch? Na der andere, den Sporki hat entweichen lassen. Meine Verwunderung kannte nun keine Grenzen mehr. Ein Frosch hüpfte irgendwo im Vereinheim umher und alle saßen seelenruhig da. Kurzerhand wurde eine „Frog Special Force“ gegründet und auf Froschjagd gegangen. Irgendwann fanden wir ihn in der Fensterritze hinter der Couch. Fünf Minuten und zwei langstielige Eislöffel später (mal sehen, wer die das nächste Mal kriegt) erfolgte der Zugriff. Nun sitzen die beiden umprogrammierten Hüpfer hinter der „Alten Försterei“ und quaken „Scheiss Union!“. Müsst mal genau hinhören, wenn Ihr da vorbei fahrt! So ist das…
Sport frei
GordoniX
Statistik
BFC Dynamo:
Thomaschewski, Stosno, Ullrich (39.Adler), Manteufel (71.Krause), Petrowsky, Erdil, Oumari, Preiss, Karaduman (85.Wienbreyer), Spork, Patschinski.
Trainer: Christian Backs
Brandenburg Süd:
Ellenberg, Nehls, Mauersberger, Karaschewitz (86. Kaplan), Steinert, Görisch, Kahlert, Kappel, Voß, Görisch, Neuhaus (64. Ucherek)
Trainer: Mario Block
Tore:
0:1 Neuhaus (7.), 1:1 Patschinski (15.), 2:1 Stosno (19.), 3:1 Karaduman (57.), 3:2 Voss (67.FE), 3:3 Karaschewitz (86.)
Schiedsrichter:
Anja Kunick (Leipzig)
Zuschauer:
751 zahlende (ca. 30 Brandenburger Fans darunter)
Gelbe Karte:
Ullrich, Karaduman, Spork (2.), Adler / Kappel, Karaschweitz (2.), Mauersberger
Besondere Vorkommnisse:
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