Spielbericht
BFC Dynamo vs. Tennis Borussia Berlin
17.03.2007
Wenigstens ein Punkt - das war die Erwartungshaltung der meisten anwesenden Fans an das Spiel gegen den Ping-Pong-Verein mit den femininen Vereinsfarben. Trotzdem schienen wohl die meisten Fans noch nicht so recht überzeugt vom Aufwärtstrend unserer Mannschaft, so dass denn sich auch nur gut 300 Unerschütterliche einfanden.
Der Gast glänzte, wie schon zumeist in der Vergangenheit, durch Abwesenheit. Nicht jedoch ohne sich jedoch einen zweiseitigen Entschuldigungszettel von den Babelsbergern mitgeben zu lassen. Lediglich ein lila'nes Suizidkommando stellte sich beim Hissen eines Transparentes, gleich den Spartakisten aus dem Süden, zu glatt an. Wahrscheinlich sind uns auf diese Weise unglaubliche Weisheiten verloren gegangen. Schade, wirklich Mutig hingegen die Aufstellung vom Trainer mit Wienbreyer und Strana von Beginn an. Diese Jungspunde werden sich im Training wohl für höhere Aufgaben empfohlen haben. Der Druck auf die Etablierten wächst somit natürlich - und das ist auch gut so.
Nicht überraschend der Rest der Aufstellung, "Motche" im Tor, davor warf wie üblich "Lenzer" seine breiten Schatten, flankiert von Rudwaleit und Palmer endlich auf seiner Wunschposition. Davor ein dickes Mittelfeld mit Wienbreyer, Papke, Jakowitz und Schmele. Die Spitzen bildeten der junge Strana zusammen mit Ritter, dahinter wie gewohnt Kutrieb. Vor dem Spiel eine Aktion des NOFV: Beide Mannschaften posierten mit einem Transparent "Für Fairplay - Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus.", dazu wurde etwas wortsteife Propaganda verlesen. Und auch wenn der lila Abordnung dabei etwas feucht im Schlüfer geworden sein dürfte, darf bezweifelt werden, ob man mit solchen Alibi-Aktionen tatsächlich etwas bewegen kann. Aber immerhin ist die Weste meister-proper weiss.sAber dann durfte endlich auch gespielt werden, pünktlich fand auch die Fussball-Sonne ein.
Unsere Mannschaft ging wie auch schon im letzten Spiel couragiert zu Werke. Die Anfangsphase lies bereits die taktische Ausrichtung unserer Mannschaft erahnen. Hinten kompakt stehend und aus dieser Sicherheit die Chancen suchen. Und so gehörte die Anfangsphase auch unseren Jungs, eine paar halbe Chancen durch unsere beiden Spitzen der Lohn der Mühe. Dann jedoch ein übles Foul von Phiam an Palmer - da konnte dieser froh sein, nur Gelb gesehen zu haben. In der Folgezeit kamen nun auch die Gäste zu Ihren ersten Chancen, der lange Robert und die "Katze" waren jedoch auf dem Posten. Die Veilchen wieter am Drücker, unsere Mannschaft überliess ihnen zwar die Initiative, störte aber früh und lauerte auf Chancen. Und diese sollte schneller kommen, als erwartet. Nach einem Ballgewinn macht Kutrieb noch ein paar Meter gut und zieht dann kurzentschlossen aus gut 20 Metern ab - rechts unten schlägt der Ball unhaltbar ein (1:0, 15.min)! Das hatte wirklich keiner erwartet, alles war aus dem Häusschen.
Aber gleich die Sorge, ob diese frühe Führung unsere Mannschaft beflügelt oder die Beine wie schon so oft schwer werden lässt.
Und optisch bekamen die Gäste nun tatsächlich die Oberhand. Für den Geschmack vieler liessen sich unsere Jungs jetzt zu tief hinten hinein drücken. Teilweise stand dort ein Block von acht weinroten Spielern vor unserem Tor. Dies machte allerdings auch die Räume eng und eröffnet immer wieder auch mal Konterchancen. Eine davon vergibt Kutrieb so um die 30. Minute. Man hätte sich so bereits früh eine gute Führung herausarbeiten können. Wieder die alte Leier - mangelnde Cleverness beim Verwerten der Chancen.
Und so gestalteten die TeBe'er das Spiel weiter spannend, insbesondere über die linke Seite des teilweise überfordert wirkenden Wienbreyer. Jedoch spielte Palmer ein ums andere Mal Staubsauger in der Abwehr. Tingel-Tangel-Ete überhaupt mit einer Glanzleistung an diesem Tage. Und so kann unsere Mannschaft die knappe Führung mit in die Pause nehmen. Unsere Fans konnten das alles kaum glauben. Und auch in der zweiten Halbzeit von Beginn an ein diszipliniertes Spiel unserer Mannschaft. Gleich zu Beginn vergaben Kutrieb und Ritter zusammen ein vielversprechende Chance, sie legten sich den Ball aber viel zu weit vor. Zwischen diesen beiden stimmen die Laufwege momentan noch nicht richtig, das wird sich wohl erst durch die gemeinsamen Spiele weiter verbessern.
Kurz danach war das aber für den Moment eh egal, nach einem bösen Foul geht Kutrieb vom Platz und Davor Krznaric übernam seinen Part. Und wieder rettet Palmer nach einem Angriff der Gäste - ein Bombenspiel von ihm. Man kann es immer wieder nur wiederholen. Beim Fernschuss eines TeBe-Spielers kann aber auch er nichts mehr machen und der Ball klatscht an den Aussenpfosten. Entweder Glück oder gutes Auge von unserer Katze. Dieser zeigte heute auch wieder ein ums andere Mal, warum er immer noch in den Kasten gehört. Sicherer Rückhalt, Souveränität ausstrahlend und von hinten immer wieder korrigierend ins Geschehen eingreifend.
In die Hochphase der Veilchen hinein dann wieder ein paar Vorstösse unserer Jungs. Den ersten verzieht Davor Krznaric noch, dann jedoch ein Traumpass.
Der Ball wurde bilderbuchmässig durchgesteckt, Ritter startet die zweite Stufe und lässt die TeBe-Abwehr richtig alt aus sehen. Aus vollem Lauf semmelt er den Ball volley flach in die linke Ecke (2:0, 62.min)! Der Fanblock stand nun endgültig Kopf! Endlich konnte Ritter seinen Ankündigungen auch mal Taten folgen lassen. Auf solche Traumtore mussten die Fans sehr, sehr lange warten. Nach diesem Treffer übernahm TeBe endgültig das Spielgeschehen, letztlich mussten sie das aber auch. Unsere Mannschaft kam jedoch trotzdem selten in grosse Gefahr, zum einen weil den Gästen so langsam die Ideen abhanden kamen, aber auch weil unsere Mannschaft extrem tief stand und die Räume damit zu zog. Entlastungeangriffe fanden nur noch sporadisch statt, der Angriff hing nun auch meist wieder in der Luft. Aber einen 2:0 Vorsprung darf man ruhig auch mal verteidigen. Und wunderlicherweis waren dann auch die Balljungen auf einmal verschwunden.
Hast Du etwa damit irgend was zu tun, Trainer ;)? Und so wurde zwangsläufig das Tempo aus dem Spiel genommen, da nun die Spieler sich die Bälle selbst holen mussten. So wurde es erst wieder hektisch, als TeBe etwas glücklich doch noch zum Ausgleich kam. Der Treffer war eigentlich völlig überflüssig, unsere Abwehr bekam den Ball nicht aus dem Strafraum und so kam aus dem Gewühl Kurbjuweit an den Ball und verwandelte aus kürzester Distanz (2:1, 79.min). Keine Chance für Motche, ganz klar ein Ding der Abwehr. Und nun noch ein weitere Aufreger, als sich kurz drauf wiederum um den Ball herum im Strafraum ein Gewühl bildete. Glücklicherweise pfiff der Schiedsrichter diese Aktion ab. Gleich darauf fingen sich unsere Jungs wieder und zeigten auch dem Gegner seine Schwächen wieder auf. Ein erkämpfter Ball ging blitzschnell nach vorn, die Abwehr wurde mustergültig ausgespielt.
Doch leider versagten Krznaric die Nerven, als er völlig freistehend aus halblinker kurzer Distanz den Ball nur ans Aussennetz setzte. Eine Hundertptozentige! Damit hätte man den Sack endgültig zumachen können! Aber auch so konnte unsere Mannschaft den Sieg nach Hause bringen, auch wenn TeBe noch verzeifelt um den Ausgleich kämpfte. Die Mannschaft liess sich nach dieser Leistung zu recht feiern und auch den Trainer konnte man im feiernden Pulk ausmachen. Ja, Volkan Uluc scheint wirklich im Verein angekommen zu sein. Dies machte er auch in der folgenden Pressekonferenz noch einmal deutlich.
Und so war das Fussballwunder denn vollbracht. Keiner, aber auch wirklich keiner hatte dies unserer Mannschaft zugetraut. Und auch wenn man die Gäste sicherlich nicht so stark wie im Hinspiel sah, kann man doch zu recht etwas stolz darauf sein. Für Überheblichkeit ist hingegen die Zeit noch nicht angebrochen, den trotz dieses unerwarteten Sieges befindet man sich nach wie vor auf dem Relegationsplatz und muss weiter hart um den Klassenerhalt kämpfen. Denn trotz aller taktischen Verbesserungen sind spielerische und technische Unzulänglichkeiten immer noch unübersehbar. In dieser Hinsicht wird der Trainer mit der Mannschaft weiter hart arbeiten müssen.
Bereits nächste Woche schlägt die Stunde der Wahrheit, denn es geht darum den Vorsprung von Torgelau bis auf drei Punkte zu verkürzen und an Germania Schöneiche vorbei zu ziehen - die Schützenhilfe durch Türkiyemspor mal vorausgesetzt. Bei einer Niederlage würden die Greife hingegen auf deutliche 9 Punkte davon eilen. Diese Tatsache muss die Mannschaft absolut verinnerlicht haben wenn sie die Fahrt ins Mecklenburgische antritt. Aber der Trainer wird sich schon das Gehör bei der Mannschaft verschaffen - man hat aber den Eindruck, dass er es ohnehin schon besitzt.
wrwG
GordoniX