Spielbericht

BFC Dynamo - BFC Preussen

05.05.2007




Im Osten nichts Neues

Es ist doch immer wieder bemerkenswert, wie kurzlebig das Fangedächtnis doch ist. Sollten die Spieler noch vor gut drei Wochen geteert und gefedert werden, wird nun bereits wieder darüber gezankt, ob man den Spielern zu untertänigstem Dank verpflichtet sei und wie man Selbigen huldigen müsste. Inzwischen werden sogar Diskussionen über Tempel, Obelisken und sonstige heilige Kultstätten zu Ehren der (möglichen) Nichtabsteiger geführt.
Jungs und Mädels, bei aller Euphorie - bleibt mal auf dem Teppich! Weder ist alles in trockenen Tüchern, noch sollten wir vergessen, wie wir noch gegen die Köpenicker Underdogs gedemütigt wurden. Also drei Kreuze nach dieser Saison, sollten wir (und davon gehe ich jetzt mal aus) nicht absteigen. Aber ein Dankeschön für den Nichtabstieg nach diesen Vorschusslorbeeren? Nein, DAS geht mir deutlich zu weit! Meinen Respekt müssen sich diese Jungs in der nächsten Saison erst wieder verdienen. Und zwar durch Leistungen - nicht durch Versprechungen, Schönreden und Ausflüchte! Dass ich dabei den Trainer und die Neuverpflichtungen mal ausnehme, ist wohl selbstverständlich. Schande, wem Schande gebührt.

Aber nun zum angenehmen Teil des Wochenendes - Fanmutti's Käsekuchen. Quatsch, natürlich dem Spiel. Obwohl, diesen Backwerken werden inzwischen magische Kräfte zugeschrieben! Immer wenn's Kuchen in den Vereinsfarben des Gegners im Fanblock gab, haben wir nicht verloren. Also sprichwörtlich vernascht die Konkurrenz. Diesmal wär's fast schief gegangen, denn es liess sich partout keine schwarze Lebensmittelfarbe (igitt) für die schwarz-weissen Vereinsfarben der Preussen auftreiben. Aber das Glück ist in unsere Gefilde zurückgekehrt - die Preussen liefen ganz in weiss auf. Schuld eigene!

An unserer Aufstellung gabs nach den Galavorstellungen nicht viel zu rütteln, lediglich "Micha S. aus B." - manchmal fälschlicherweise auch Daniel Schmele gerufen - rückte für den verletzten Manteufel in die Startformation. Bei "Teufel" siehts leider nicht ganz so rosig aus, bei ihm wurde ein Teilabriss der Bänder nach der MRT diagnostiziert. Er selbst hält einen Einsatz in vierzehn Tagen für möglich, jedoch halten das die Wenigsten für sehr sinnvoll. Bringt ja auch keine Punkte, wenn er dannach gleich für ein halbes Jahr ausfällt.
Ansonsten alles wie gewohnt. Wetter zum Pigmente-Haschen und Bodo hütete wieder gewissenhaft die Gegengerade. Wieso jedoch der Kiosk dort drüben noch immer nicht wiedereröffnet wurde, ist nach Ansicht vieler Fans unerklärlich. Weiss doch ein jeder, dass unser Funktionsteam einen imensen Bierdurst hat (wie nach dem Spiel im Vereinsheim wieder zu beobachten)! Geradezu fahrlässig, sich dieses Geschäft entgehen zu lassen!

Schiedsrichter am heutigen Tage war ein gewisser Andreas Wäldchen aus Bischofrode. Das ich dies besonders erwähne, entspringt der Tatsache, dass er wohl hinter selbigem wohnhaft ist. Jedenfalls versperrten ihm in einer entscheidenden Situation dichte Baumgruppen die Sicht. Die Oberwucht an diesem Tage war jedoch der Linienrichter auf der trehbühnen-abgewandten Seite. So wie der mit dem Fähnchen herumwinkte, scheint der direkt von einem Flugzeugträger abkommandiert worden zu sein. Mit dem Spiel hatten diese Winkeinlagen dabei allerdings selten was zu tun.

Aber genug des Meckerns - nun zum Spiel. Die Partie begann nassforsch. Erst Freistoss für uns, den Freistoss von "Micha S." konnte der Preussentorwart jedoch entschärfen. Dannach gefährlicher Angriff durch die Preussen, den Ball schnappte sich jedoch "Motche". Bereits hier ist klar, dass die Preussen doch ein anderer Kaliber als die lustlosen Kicker der "grünen Heimat" sind. Trotzdem unsere Mannschaft weiter tonangebend. Im Fokus einmal mehr unsere zentrale Spitze Ritter, jedoch fehlte noch die letzte Konsequenz im Abschluss. Dafür Lenzer bei einem Freistoss wieder kreuzgefährlich. Schönste Aktion aber durch Ritter, als der Preussentorwart seinen strammen Schuss aus gut 20 Metern nur mit Mühe zur Ecke klären konnte. Ein Tor lag aber förmlich in der Luft.

Aber nach 25 Minuten dann die Erlösung. "Pocke" erkämpft sich an der Aussenlinie den Ball, flankt in den Strafraum hiein zu Kutrieb. Der legt ab zu "Micha S.", erhält den Ball per Kopf zurück und zieht kurzentschlossen mit Volley ab. Wie eine Granate schlägt der Ball im Netz ein - der Keeper der Preussen ohne jede Chance (1:0, 25.min)!

Daraufhin starteten die Preussen wütende Angriffe, verfingen sich jedoch zumeist im dichten Gestrüpp unserer Hintermannschaft. Und natürlich lud dies unsere Mannschaft zu Kontern ein. Aber noch fehlte die nötige Präzision im Anspiel der schnellen Kayser und Ritter. So war denn auch die beste Chancen nach der Führung ein Freistoss von Kutrieb aus halblinker Position kurz vor der Pause - doch dessen Schuss krachte gegen die Latte. Dann die erste strittige Entscheidung des bewaldeten Schiedsrichters. So pfiff er eine Einschussmöglichkeit der Preussen einfach zur Pause ab. Der Gästetrainer regte sich ob dieser Situation in der Pressekonferenz später künstlich auf, "ER hätte so etwas ja noch nie gesehn!". Hiermit lade ich ihn offziell ein, unseren Spielen in Zukunft beizuwohnen. Denn bei uns gehören solche Szenen zum Alltag und rufen inzwischen höchstens noch gedämpftes Erstaunen hervor.

Er kann ja mal Kutrieb über eine identische Situation im Spiel gegen Türkyemspor befragen. Dabei kennt die Kreativität beim Verpfeifen des BFC scheinbar keine Grenzen. Den Beweis traten die "Unparteiischen" im Laufe des Spiels schliesslich selbst noch an. Aber erst gabs eine lustige Rudelbildung der Gäste zu bestaunen. Der Schiedsrichter, kein Freund von unangeldeten Massenkundgebungen, verteilte munter gelbe Kartons. Dann gings endlich ab zum Pausentee.

Nach der Pause zunächst erstmal gleiches Bild, die Preussen bemüht, unsere Mannschaft auf die Konterchance lauernd. Diese sollten sie nach wenigen Minuten auch bekommen. Nach Pass von "Micha S." ballert Ritter jedoch aus kürzester Distanz den Keeper an. Irgendwie schien er in dieser Situation nicht ganz bei der Sache gewesen zu sein, sonst versenkt er solche Dinger mit verbundenen Augen. Sehr ärgerlich das Ganze - zum einen versäumt den Sack zuzumachen, zum anderen wurden die Preussen nun wütend. Unsere Mannschaft hatte in dieser unmittelbaren Phase nach der vergebene Chance alle Hände voll zu tun.

Aber nur ein paar Minuten später die erneute Chance durch einen Konter. Diesmal war Jakowitz allein durch, wurde aber im letzten Moment kurz vor dem Strafraum durch Orzel umgerissen. Letzter Mann, keine Diskussion - rote Karte! Den daraus resultierenden Freistoss tritt wieder Kutrieb, doch diesmal hat der Torwart den Ball sicher.
Diese Kräfteverschiebung zugunsten unserer Manschaft machte sich glücklicherweise auch auf dem Rasen bemerkbar. Das Zepter schwang nun wieder unsere Mannschaft. Ganz klar zu sehen, dass man diesen numerische Vorteil nutzen wollte. Es gab einige schöne Spielzüge zu bewundern - das Kurzpass-Training scheint bereits Wirkung zu zeigen. Nachdem zunächst ein Schuss von wiederum Kutrieb knapp am Tor vorbei strich, gelang unserer Mannschaft erneut ein Konter. Diesmal waren Ritter und Kayser durch, Kayser allerdings in stark abseitsverdächtiger Position. Der sonst sehr winkwütige Linienrichter merkte diesmal allerdings nichts. Nachdem Kayser den Ball zunächst zu Ritter spielte, bewies dieser Gemeinsinn und legte den Ball zum nun besser postierten Kayser zurück. "Jeffi" brauchte nur noch den Fuss hinhalten (2:0, 70.min). Bemerkenswert die menschliche Entwicklung von Ritter, vor zwei Wochen hätte er es wohl noch selbst versucht.

Nun war der Drops gelutscht und der Ball lief leicht durch unsere Reihen. Bereits zwei Minuten später holt sich Kutrieb den Ball, legt flach auf Ritter auf und dieser darf nun doch noch selbst verwandeln (3:0, 72.min). Damit führt er die vereinsintere Torschützenliste mit nun 7 Treffern klar an avanciert er endgültig zu unserem "GlücksRitter".
Nun möchte man meinen, dass bei dieser deutlichen Führung nichts mehr anbrennen sollte. Aber wenns man nicht gut läuft für den Gegner des BFC Dynamo, dann muss man diesem natürlich unter die Arme greifen. Keiner wusste so recht was da genau geschah.

Ein lascher Schuss aus dem Mittelfeld tippte noch einmal ungünstig auf, wurde aber von "Motche" für alle deutlich VOR der Linie weggegrabscht. Also nichts Ungewöhnliches, der Schiedrichter liess auch zunächst ganz normal weiterspielen. Dann zeigte jedoch offensichtlich die Sonneneinwirkung beim Linienrichter Wirkung und er sah tausend rosa Bälle im Tor. Noch während sich alle fragend anschauten schnappte sich ein Preusse den Ball und legte ihn auf den Mittelpunkt. Das der sich nicht mal dafür schämte. Offensichtlich hatte sich der Hauptschiedsrichter von den Fieberphantasien seines Assistenten beeindrucken lassen und auf Treffer entschieden! Man glaubte, dass man in seinem Fussballerleben nun wirklich alles bereits gesehen hat - jedoch wird man immer wieder eines Besseren belehrt.

Und da regt sich der Trainerklaus von den Preussen über eine abgepfiffene Situation auf?! Ein Problem damit dieses "Phantomtor" nach einer noch viel gröberen Fehlentscheidung anzunehmen hatte er aber offenbar nicht.
Auf das Spielgeschehen hatte dieser Treffer jedoch keinen Einfluss mehr - im Gegenteil. Kayser hatte noch fünf Minuten vor Schluss die Gelegenheit nochmals zu erhöhen, jedoch seinen Schuss in die Lange Ecke klärte der Preussen-Torwart mit einer super Parade. Ein Klasse Aktion, dass muss man auch als Gegner anerkennen. Kayser hätte es auch kaum besser machen können. Danach tätigte der Trainer noch einige taktische Auswechslungen - für Ritter kam in der 83. der junge Richard Below, für "Jeffi" Kayser in der 89. Patrick Boese und in der 91. Julian Wienbreyer für "Micha S." alias Daniel Schmele. Die Gäste dezimierten sich in der Schlussphase noch weiter, als Steinhauf auf die gelbe Rudel-Karte noch Gelb-Rot gepackt kam. Das war letztlich aber völlig Wurscht und wird wohl nur den Preussen im nächsten Spiel wehtun.

Somit kann unsere Mannschaft völlig verdient den dritten Erfolg in Folge feiern. Die Vielzahl der herausgespielten hochkarätigen Chancen, sowie die Tatsache, dass man selbst kaum grosse Möglichkeiten zuliess, rechtfertigen diesen Sieg allemal. Es gab zwar auch einige schwächeren Phasen im Spiel zu beobachten. Jedoch kann man wohl kaum erwarten, dass man eine Mannschaft dieses Kalibers (immerhin nach Rostock die Mannschaft der Rückrunde) völlig ausgeschalten kann. Und auch die Hintermannschaft hinterliess wieder einen guten Eindruck - hätte diesmal sogar einen "Nuller" hinbekommen, hätte der verpeilte Linienrichter keinen Blackout gehabt.
So konnte man immerhin den SV Yesilyurt auf den Relegantionsplatz verweisen, da dieser gegen Ludwigsfelde erneut verlor. Nun warteten die "Mauerbrüder" aus Schöneiche auf unsere Jungs. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Abwehrbollwerk gegen unsere wiedererstarkte Mannschaft Bestand hat.

Nach dem Spiel liessen es sich Mannschaft, Fans und Funktionsteam noch vor und im Vereinsheim gut gehen. Die Siegesfeier zog sich dabei noch weit in die Nacht, auch wenn dabei so einige Opfer zu beklagen waren.

 

wrwG
GordoniX