Spielbericht

BFC Dynamo - MSV 1919 Neuruppin

31.03.2007



Der punktgleiche Mitabstiegsaspirant Neuruppin zu Gast. Der BFC nach dem vergurkten Auswärtstrip nach Torgelow im Zugzwang. So kann man die Situation kurz und knapp umreissen. Drei Punkte waren Pflicht - ohne wenn und aber.

Nach den endlosen sicherheitsrelevanten Auswärts-Heimspielen im Jahnsportpark nun endlich wieder ein "richtiges Heimspiel" im Sportforum. Das Wetter fussballtauglich, der Rasen hatte genug Zeit zur Regeneration. Die Frage war, ob das auch auf die Mannschaft zutraf.
Manuel Benthin, Dirk Brändike und Patrick Boese sind nach wie vor verletzt. Pocrnic trat sich in der Woche einen Splitter ein und fällt für unbestimmt Zeit aus. Und Kayser trainierte zwar bereits mit der Mannschaft, ist jedoch noch nicht fit genug für einen Einsatz. Zudem gab es in der Woche gab es wieder einmal Unruhe im Team, Suwary und Brychzy wurden nach Disziplinlosigkeiten vom Verein freigestellt. Nicht unbedingt optimale Voraussetzungen für einen Erfolg zwar, jedoch gelten nun keinen Ausreden mehr.

Und von Beginn an war jedem klar, dass man hier und heute wohl keinen fusballerische Leckerbissen zu sehen bekommen würde. Beide Mannschaften unterstrichen noch einmal ganz klar, warum man gemeinsam im Tabellenkeller steht. Hektischer Spielaufbau, entsprechende Fehlerquoten und vor allem von den Gästen teils haarsträubendes Gegrätsche. Zumindest in dieser Sache erkannte der Schiedsrichter, dass er tätig werden musste und zeigte demonstrativ Gelb in Richtung MSV.

Nach gut fünf Minuten ein halbes Chance'chen für unsere Jungs, doch der Torwart der Neuruppiner klärt. Dann folgte die stärkste Phase der Gäste. Unsere Mannschaft liess es leider zu, dass Neuruppin in unserem eigenen Stadion die Initiative übernahm. So blieben Torchancen nicht aus, zumal immer wieder freundlich unterstützt durch unsere Mannschaft. So gingen kurz hintereinander zwei sehr gefährliche Kopfbälle nach Kontern und wiederholt unnötigen Ballverlusten knapp vorbei. Jedoch beim dritten Konter war es dann passiert. Der Ball wurde in der Mitte durchgesteckt, der Neuruppiner, nicht im Abseits, lässt der Katze keine Chance (0:1, 22.min, Eggert). Drei Chancen - ein Tor. Mehr gibts da nicht zu sagen.

Und auch nach diesem Treffer die Gäste präsenter. Aber nun versucht unsere Mannschaft endlich über den Kampf mehr ins Spiel zu kommen. So entstehen kurz hintereinander zwei Chancen für den BFC, Ausgangspunkt jeweils der sehr agile, jedoch zumeist alleingelassene Ritter. Beide Chancen wurden knapp durch Jakowitz vergeben bzw. durch Schmele verfehlt. Die Fans so nur kurz wachgerüttelt, sonst eher dem Spiel angepasst und in der Sonne dösend. Nur unser Trainer war auf Hundertachtzig und tobte lautstark an der Seitenlinie herum.

Und so verrinnen die Minuten weiter, ohne dass auf dem Platz Nennenswertes passiert. Erst kurz vor der Pause noch mal ein Kopfball durch Rudwaleit nach einer Ecke. Und das wars schon gewesen in Halbzeit zwei. Dürftig auf der ganzen Linie! Die Gäste verabschiedeten sich so gegen Mitte der Halbzeit aus dem Spielgeschehen, standen aber hinten sicher gegen unsere zwar bemühte, aber doch recht hilflos wirkende Mannschaft.

Die Halbzeit offenbarte weitere Mängel bei unserem Verein: Die Bierschlangen nahmen noch nie dagewesenen Dimensionen an. Und das bei gerade knapp über 500 zahlenden Zuschauern (immerhin hier ein Aufwärtstrend). Unklar auch, warum seitens des Caterers nicht auf das Wetter reagiert wurde und Biertische aufgestellt wurden. Dies hätte wohl auch nach dem Spiel so einige Fans zum Bleiben überredet. So Frust an allen Fronten.

In der Halbzeit reagierte unser Trainer auf das lahme Gekicke unserer Jungs -
Für Benbrahim und Strana kamen Krznaric und Kovacic! Gerade Benbrahim wirkte so einige Male etwas überfordert.
Ansonsten ging es weiter wie zuvor aufgehört. Der BFC zumindest optisch präsent, die Neuruppiner nur noch auf Ergebnishalten aus. Aber wie schon in der ersten Hälfte keine Chancen aus dem Spiel heraus. Die paar wenigen Möglichkeiten ausnahmslos aus Standards, speziell Ecken. Nach gut zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit dann ein Verlegensheitsfernschuss durch den auch heute wieder ungewohnt schwachen Kutrieb. Die Stimmung der Fans war bei Null angekommen, keiner glaubte hier noch an eine Wende. Erschreckend unpräsent wieder unser Mittelfeld.

Und dann das Wunder ausdem Nichts. Der eizig agil wirkende Spieler im Weinroten Dress erkämpft sich den Ball im Zweikampf in halblinker Position vor dem Strafraum, dreht sich und hämmert den Ball in voller Wut in Richtung Tor. Der Ball streifte noch den Rücken des Gegners und so senkte sich der Ball unhaltbar für den Torwart in die Maschen (1:1, 71.min, Ritter).
Nach diesem unverhofften Glück, und mehr war es auch nicht, wurden Fans und Mannschaft endlich wacher. Unsere Mannschaft drückte auf den Ausgleich - Jakowitz und Schmele vergeben knapp. Dann ebbt die Druckphase auch schon wieder ab und Neuruppin kommt durch Konter wieder mehr ins Spiel. Die Fans versuchen nun durch Anfeuerung noch einmal das Feuer zu entfachen, jedoch ohne Erfolg. Daran änderte auch der kurz vor Schluss für Kutrieb eingewechselte Paepke nichts mehr.

So ging das Spiel so ereignislos zu Ende, wie es bereits begonnen hatte. Ein herber Rückschlag, das muss man ganz klar sagen. Und auch wenn es noch für das Unentschieden reichte - man muss ganz klar sagen, dass man hier eher zwei Punkte leichtfertig verschenkte, als einen Punkt gewann. Dieses Ergebnis bringt keine der beiden Mannschaft nennenswert voran, vielmehr festigt sich die desolate Lage weiter. Im Nachhinein fragt man sich wirklich, wie das Kunststück gegen die Lilaweissen damals zu Stande kam.

Zumindest eines wurde deutlich: Unsere Mannschaft hat ein elementares Problem damit, selbst das Spiel zu gestalten. Denn selbst bei optischer Überlegenheit kommt doch kaum etwas Zählbares dabei heraus. Und so musste der einzige eigene Treffer praktisch über eine Einzelleistung heraus fallen. Und auch immer wieder erschreckend die Ausführung der Standards. Die Gäste zeigten, zumindest in ihrer starken Phase, wie so etwas eigentlich funktioniert. Deren Eckbälle und Flanken um ein Vielfaches gefährlicher als die der unseren. Auch das immer noch einer der Schlüssel unseres anhaltenden Misserfolges.

wrwG
GordoniX