Spielbericht
Vfb Lichterfelder FC - BFC Dynamo
11.03.2007
Mittowch, Jahnsportpark: 200 Puls hat'sch! Aber Wurst, Depp wie man
ist, steht man nächstes Mal ja doch wieder im Block. Aber
DIESMAL wird sicher alles besser - WIRKLICH! Immerhin hat der Verein
reagiert und dem unhaltbaren Treiben ein Ende gesetzt. Nun ist
Motche endlich wieder wo er hin gehört - nämlich im Tor.
An der Seitenlinie seit dem gestrigen Tage Volkan Uluc, den Fans
noch als Trainer des Ligakontrahenten SV Yesilyurt 73 bestens bekannt
(Hinspiel 1:1). Bei diesen stand er wohl noch am Freitag auf dem
Trainingsplatz, wohl aber nur um den Offiziellen auf den Tisch
zu sch*****. Geldprobleme allerorten.
Bereits am Samstag stellte er sich der Mannschaft vor und leitete
ein erstes Einführungs- training. Was für eine Coup unserer
Vereinsführung! Erfahrung bringt der Mann in jedem Falle mit,
trainierte er doch schon die Mannschaften des Sachsen Leipzig, des
BAK und wie schon erwähnt des SV Yesilyurt. Kreuz ca. 2 Meter,
die Frisur passt auch - also der Respekt der Mannschaft dürfte
ihm gewiss sein. Dies stellte in der jüngeren Vergangenheit
immer wieder ein Problem dar. Dass nun aber ein Mann mit "Migrationshintergrund" /
den Taktstock an der Seitenlinie schwingt, wird wohl für grosses
Zusammenbrechen von Weltbildern in den Satellitenstädten vor
Berlin sorgen. Liebe Babelsberger und TeBe'er: Bei nicht mehr allein
zu bewältigender Verwirrung ist die "Ichweissnichtmehrwas-
ichdenkensoll"-Hotline für Euch geschaltet!
Aber nun zum Spiel. Die Sonne lachte und der Rasen grünte, dass
es schon weh tat. Ja, es war schon ein gewaltiger Unter-schied zwischen
dem dort verlegten WM-Rasen und dem LPG- Acker im Sportforum zu bemerken.
Im Fanblock tummelten sich etwas über 200 unerschütterliche
BFCer, die meisten waren wohl in erster Linie auf den Trainer neugierig.
So war es zunächst etwas ruhig, man schmollte zu Recht mit der
Mannschaft. Diese erkannte man aber kaum wieder. Zunächst erst
mal ganz in weiss wie die Unschuld vom Lande, und bereits in der
Anfangsphase engagiert und kompakt. Die Ansagen des Trainers schienen
Beine gemacht zu haben.
Überraschungen in der Aufstellung gab es nicht - grösstenteils
wie am Mittwoch (von Motche im Tor mal abgesehen), lediglich Manteufel
rückte in die Startelf für den enttäuschenden Benbrahim.
Die ersten zehn Minuten gehörten schon mal unserem BFC, darauf
fiel aber keiner mehr rein - zu oft verpuffte der Anfangs- schwung
ohne Wirkung. Und so war es auch hier, es sah zwar gefällig
aus, jedoch kam so richtig Zählbares nicht dabei heraus. Lediglich
Rudwaleit rutschte an einer Flanke von Schmele alias "Micha
S." vorbei. Dafür der LFC über einen Freistoss gefährlich
- dieser klatschte aber an die Latte. Dannach war erst mal eine Weile
nur Mittelfeldgeplänkel. Beide Mannschaften riskierten nicht
zu viel, taktierten viel hin und her. Die Langeweile wurde nur kurz
duch einen direkt getretenen Freistoss von Kutrieb unterbrochen,
der Ball ging aber über die Latte.
Die Ruhe so richtig gestört wurde erst nach gut einer halben
Stunde, als Lenzer (letzter Mann!) überlaufen wurde und Motche
in letzter Not den Winkel von der rechten Strafraumgrenze zu machte.
Schon hier machten sich die Qualitäten der Nummer Eins bezahlt.
Phillip Müller, nüscht für ungut. Aber ich weiss nicht,
ob Du den so gehalten hättest! Was an sich ja auch nicht proble-
matisch ist. Im Gegensatz zu den Feldspielern verhält es sich
mit den Torhütern oft wie beim Wein - mit dem Alter besser werdend.
Also Geduld! Dann nach gut vierzig Minuten das erste grosse Hallo
für unseren BFC - erst konnte der Torwart eine scharfe Flanke
von Manteufel nur abklatschen, danach hält er den Nach- schuss
ins rechte obere Eck jedoch mustergültig.
Die Stimmung im Block beginnt so langsam besser zu werden, allerdings
ferngedopt durch Sonne, Speis und Trank. Und quasi mit dem Halbzeitpfiff
die nächste grosse Mög- lichkeit für unsere Mannschaft.
Die scharfe Flanke von der Grundlinie durch Kutrieb - ja, den sah
man heute durchaus
öfters! - verpasste der völlig freistehende Palmer nur
um Zentimeter! Eine Hundertprozentige! So ging bis auf die genannten
Highlights die erste Hälfte ziemlich ereignislos zu Ende. Immerhin
konnte man unseren Trainer auch schon mal Live in Action sehen, immer
wieder korrigierend von der Seitenlinie eingreifen, ohne cholerisch
oder penetrant zu werden. Ja, so sieht souveräne Mann- schaftsführung
aus. Zumindest scheint der Draht zu den Jungs ja schon mal da zu
sein. Die verpassten Chancen vor der Pause schienen unsere Jungs
noch mal richtig juckig gemacht zu haben. Jedenfalls regierte die
erste Viertelstunde ganz klar unser BFC. Zuerst mit halben Chancen:
Ritter mit Schwäche beim finalen Pass auf den freien Krznaric,
Schmele alias "Mich S." mit Pro- blemen bei der Ballannahme
im 16er und dann der Lenzer per Kopf! Allerdings merkte man dem Dicken
an, dass er Kopfbälle wohl nicht besonders trainiert, er brachte
den Ball wohl aufs Tor, aber leider nicht genug Druck hinter den
Ball.
Aber immerhin bemerkenswert. Die grösste Chance allerdings zu
Ende der Sturm-und- Drang-Phase nach einer Ecke von Ritter. Man weiss
nicht, ob dies eine verunglückte Hereingabe war oder eine "Variante".
Jedenfalls kam der Ball sehr scharf und flach am kurzen Pfosten an,
wurde dort von Kutrieb per Hacke weiter in den 5er befördert,
wo Palmer nur deshalb nicht an den Ball kam, weil er vom Gegner bedrängt
wurde. Tja, früher wären solche Dinger wohl / drin gewesen.
Kurz dannach war aber wieder Herzstillstand angesagt. Wieder nach
einem Freisstoss aus gut 20 Metern von der halblinken Seite, diesmal
der Ball über die Mauer in die kurze Ecke gezirkelt - Motche
wäre wohl nicht range- kommen, aber Ritter stand richtig auf
der Linie und rettet per Kopf. Dannach wie schon in der ersten Hälfte
Mittelfeld, Mittelfeld und nochmals Mittelfeld.
Aber was will man den Jungs vorwerfen? Dass sie nicht alles gegen
den Tabellenfünften riskieren will, sondern lieber den einen
Punkt mitnimmt? Dafür endlich Stimmung im Block. Der vorgeblich
nur Sprite-trinkende Tilla unterhält mit Heinz Erhard-Zitaten
den Block samt Ordnern. Einer von denen hatte zudem "die Haare
schön", was er dann auch demonstrieren durfte. Wenn vom
Platz kein Feuerwerk kommt, dann unterhält man sich halt eben
selbst. Aber wie schon in der ersten Hälfte kurz vor dem Pfiff,
noch einmal der Aufreger - nur diesmal anders herum. Nach Einwurf
taucht auf einmal der LFC-Spieler frei vor Motche auf. Dieser muss
wieder Kopf und Kragen riskieren, bleibt danach auch liegen - aber
Aufatmen, er kann weitermachen. Nur gab's dann kein weiter mehr,
kurz dannach pfeift der nicht immer ganz souverän wirkende Schiedsrichter
ab und der Punkt gegen den Abstieg ist im Sack. Nun kann man philosophieren,
ob der eine Punkt nicht zu wenig war, ja gut. Aber in Anbetracht
dessen, dass man noch am Mittwoch von einem Fünftligisten den
Po versohlt bekommen hat, muss man wohl zufrieden sein. Zumal sich
doch eine deutliche Lücke zwischen den Vereinen in der Tabelle
auftut, auch wenn man davon nicht all zu viel sehen konnte.
Sicherlich wäre mit ein bisschen mehr Risiko vielleicht mehr
drin gewesen, aber eventuell eben auch im eigenen Tor. Also will
man nicht allzu streng sein und lieber den Blick nach vorn richten.
Da warten die lila-weissen Oberlehrer als grosser Brocken auf unsere
Manschaft. Somit wird unser neuer Trainer in jeder Hinsicht ins kalte
Wasser geworfen, hat er doch nur gut eine Woche Zeit die Mannschaft
auf den Tabellenzweiten vorzubereiten. Immerhin machte es heute den
Eindruck, dass er den Draht zu den Spielern bereits gefunden zu haben
scheint. Und auch der zu den Fans wurde rasch gezogen, nach dem Spiel
kam er zusammen mit der Mannschaft an den Fanblock und bedankte sich
bei den Fans.
wrwG
GordoniX