Spielbericht

BFC Dynamo vs. Berlin Ankaraspor Külübü 07

03.03.2007


Nachdem ich aus persönlichen Gründen der Auswärtsfahrt nach Neustrelitz leider nicht beiwohnen konnte, freute ich mich um so mehr auf das "Heim- spiel" gegen Bürlün Ankaraspor Külübü, was Gerüchten zu Folge einst ein traditionsreicher Berliner Verein gewesen sein soll. Aber zumindest der sportliche Anspruch sorgt f r etwas Reiz, denn immerhin hat die Akaraspor- Filiale unserer Mannschaft im Hinspiel ziemlich deutlich mit 3:1 den A**** versohlt.

Aber da ja nun allers ganz anders, präziser gesagt BESSER werden soll, war ich zunächst auch recht positiv gestimmt. Mit mir weitere 422 uner- schütterliche Fans, welche zu bestem englischen Wetter ihr Vertrauen in die Mannschaft durch ihre Anwesenheit bekundeten. Und zunächst schien dies auch Bestätigung zu finden, machte unsere Mannschaft in den ersten Minuten doch erst mal keinen schlechten Eindruck. Man versuchte etwas Druck aufzubauen, während der BAK sich zunächst erst mal zu sortieren schien. Kein grosses Kino, aber immerhin gefälliges Geplänkel.

So irgendwann fand dann auch der BAK ins Spiel und baute ordentlich Druck auf. Und wie immer unter Druck begann unsere Devensive, heute anstelle des gelbgesperrten "Lenzer" von Benthin gelenkt, zu schwimmen. Der BAK attakierte unsere im Ballbesitz befindliche Hintermannschaft früh und so kam es wieder einmal zu einem folgenschweren Aussetzer. Man wusste nicht so recht wohin mit dem Ball und schob sich den Ball hinten quer! zu. Und an statt den Ball im Zweifelsfall kontrolliert aus der Gefahren- zone zu ballern, verlor man im eigenen Strafraum! den Ball und servierte dem Gegner den Treffer geradezu auf dem Silbertablett. Köttig liess sich auch nicht lange bitten und schob dankbar zum 0:1 ein (16.min). Dass der Torwart in dieser Situation eher chancenlos war, braucht man wohl nicht sonderlich zu betonen.

Nun brach in unserer Mannschaft kollektive Panik aus. Und noch ehe man sich so recht versah, war das Spiel bereits entschieden! Wieder Ballverlust beim Spielaufbau (die Passspielfehlerquote tendierte heute gegen 90 Prozent), Rudwaleit wurde auf der Aussenbahn überlaufen, Pass nach innen, wo der völlig frei stehende! Akakpo nur noch den Fuss hinhalten musste (0:2, 18.min). Unsere Innenverteidigung in dieser Situation geistig und körperlich abwesend.

Und es ging so katastrophal weiter! Einfachste Pässe aus fünf Metern verfehlten den Adressaten, ein Mittelfeld fandt nicht statt, offensiv wie defensiv. Ein Ritter hing vorne flankiert von zwei bis drei Spielern allein in der Luft. Und wenn mal Bälle den Weg nach vorn fanden dann immer unter der Massgabe "friss oder stirb". Im Übrigen war Ritter der Einzige, welchen man akustisch auf dem Platz wahr nahm. Von den anderen nichts! Keiner übernahm Verantwortung, versuchte die Mannschaft aufzurütteln!

So musste unser Trainer "Motche" zeitig reagieren: Palmer kam für den verletzten Benthin, Nico Paepke fr den sicherlich enttäschenden Robert Kovacic. Ja, eine Höchststrafe so früh ausgewechselt zu werden. Man muss hier aber auch klar sagen, dass man konsequenterweise die gesamte Mannschaft (den jungen Erstatztorwart Philipp Müller mal aus- genommen) hätte auswechseln müssen. Kovacic hier sicherlich ein Bauern- opfer.

Aber die Auswechslungen zeigten zumindest psychologische Wirkung. Unsere Mannschaft zeigte sich nun etwas gefestigter, will meinen, nicht mehr ganz so chaotisch wie zuvor. Dann wieder ein Chance des BAK, doch "Pocke" kratzt von der Linie. Und wie aus dem Nichts nach gut einer halben gespielten Stunde eine, nein DIE Chance zum Anschluss- treffer. Nach einem Goldpass durch Kutrieb - ich glaube seine erste wahrgenommene Aktion - tauchte Micha S., alleine vor dem Torwart auf. Er verriet dem Torwart jedoch durch seine Körperhaltung früh die Ecke, so dass dieser früh in diese eintauchte und den Ball sicher hatte.

Aus einer solchen Möglichkeit MUSS einfach ein Tor gemacht werden! Man kann schliesslich nicht erwarten, dass der Torwart auch noch freundlicherweise zur Seite tritt! Und auch die nächste hundertprozentige Chance ein Desaster. Ein Angriff zentral wird durch den Gegner nach links geklärt, dort bekommt "Pocke" den Ball und passt klug nach innen in den Rückraum auf den herbei geeilten Jakowitz. Dieser hat alle Zeit der Welt die Lücke zu erspähen, jedoch verspringt ihm der Ball und er senst das Leder aus nächster Distanz gut zwei Meter (also nicht einmal knapp!) am Tor vorbei.

Und das ist auch einer unserer Hauptprobleme - es wird einfach zu wenig aus den Chancen gemacht! BAK hat effektiv drei Chancen und erzielt daraus zwei Tore. Wir vergeigen auch beste Chancen wie die Schulmädchen. Und so geht man halt statt eines Gleichstands mit deutlichem 0:2 Rückstand in die Pause!

Zumal nach diesen beiden guten Aktionen auch schon wieder Schicht im Schacht war. Katastrophales Kombinationsspiel, Aktionsradius einiger Spieler nicht grösser wie ein Bierdeckel, kollektive Ratlosigkeit wohin das Auge blickt. Wie die Stimmung auf den Rängen aussah kann man sich dabei wohl denken. Viele der Fans wähnten sich im falschen Film.

Und die zweite Halbzeit wurde zunächst auch nicht besser! Alles ging weiter wie gesehen. Der BAK beteiligte sich am Grottenkick, der Ball wurde eine zeitlang fast nur kerzengerade in die Luft gedroschen. Aber wozu auch mehr machen, wenn man doch deutlich in Führung liegt und der Gener freundlich zum Toreschiessen einlädt! So gesehen in der 58. Spielminute, als ein Angreifer von links munter an der Strafraumgrenze entlangspazierte, ohne dass ihn ein Weinroter auch nur ansprach! So konnte sich der "Beschenkte" quasi die Ecke aussuchen - unser Torwart konnte einem Leid tun, auch weil der Ball mutmasslich noch leicht abgefälscht wurde (0:3, Dilu-Diop).

Nach diesem Offenbarungseid hielten es einige der Fans nicht mehr länger aus und suchten das Weite. Die Verbliebenen machten sich in ihrer Bitterkeit mit viel Ironie Mut. So wurden zunächst die Eisbären gefordert ("Wir wolln' die Eisbär'n sehn' ..."), dann sich selbst verhöhnt ("Keiner wird es wagen, keiner wird es wagen, unseren BFC zu schlagen!"). Sicherlich hilft dies der Mannschaft nicht wirklich weiter, aber bei einer solchen Leistung und vor allem EINSTELLUNG noch auf Hilfe von den Rängen zu hoffen ist dann doch wohl etwas zuviel verlangt.

Aber wie schon zu Ende der ersten Hälfte weht so etwas wie ein Hauch von BFC Chance durch das Stadionrund. Nach Flanke von Ritter köpft Palmer dem Torwart in die Arme. Man war ja so dankbar! Und dann das f r Unmöglich gehaltene! Nach Ecke ist Rudwaleit zur Stelle und es steht 1:3 aus BFC-Sicht (72.min). Die Fans fassten nun wieder etwas Mut und skandierten nach dem Vorbild der "10 kleinen Schwarzafrikanerlein" den Slogan "Nur noch zwanzig Minuten, ... Nur noch 19 Minuten ... usw.". Aber zu mehr als dieser Feststellung führte das auch nicht und so ver- sandeten die Gesänge gleich dem Spiel im Nichts. Und auch wenn man optisch nun mehr zu gefallen wusste, erreichten doch nun auch einige der Pässe den vorgesehenen Empfänger, kam doch so wirklich richtig kurz nach dem einzigen Treffer durch Palmer wiederum nach einer Ecke.

Und so blieb es folgerichtig beim 1:3. Dieses Spiel war bis auf wenige Phasen unter Grottenkick zu verbuchen. Der Gegner bis auf wenige Situation Herr im Hause, nicht mehr investierend wie nötig. Wozu auch, wenn der Gegner doch so freundlich mitwirkt?! Unsere Mannschaft ein einziger Totalausfall. Einige Fans behaupten sogar vehement eine solche überhaupt nicht gesehen zu haben. Und man muss schon lange überlegen bei diesem Spiel positive Aspekte zu finden. Wenn überhaupt, dann die Tatsache, dass man immerhin gegen eine Mannschaft des vorderen Tabellendrittels verlor. Ob dies allerdings ausreicht, die eigene Leistung in ein besseres Licht zu rücken, darf ausgiebig bezweifelt werden.

Denn eine Übermannschaft war der BAK mit Sicherheit nicht. Die Frage, ob der Gegner noch zu einer Leistungsteigerung fähig gewesen wäre, erübrigt sich angesichts der Tatsache, dass man eine solche nicht mal ansatzweise abverlangt hat. Oder um es mal im Klartext zu sagen:

"Eine mittelmässige Leistung reichte dem BAK locker aus, um einen äusserst schwachen BFC Dynamo seine derzeitigen Grenzen aufzuzeigen. Zudem versuchte die Mannschaft des BFC Dynamo zu keiner Zeit spielerische Defizite durch kämpferische Einstellung wett zu machen!

Somit muss man sich mehr und mehr fragen, ob die Gefahr eines Abstiegs in den Köpfen der Spieler angekommen ist! Denn mit Abstiegs"kampf" hatte dieses Spiel nicht im Geringsten zu tun!

wrwG
GordoniX