Pokal-Spielbericht
BFC Dynamo- Köpenicker SC
73.03.2007
"Beim
Fussball geht es nicht nicht um Leben oder Tod -
die Sache ist viel ernster! "
(Bill Shankley
Mittwoch Abend, 07. März 2007, Berlin Prenzlauer Berg, Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark. Halbfinale im Berliner Pokal, BFC Dynamo (Oberliga) vs. Köpenicker SC (Verbandsliga).
Es sollte der Tag werden, an welchem wir leid geprüften und masochistischen BFC-Anhänger den Lichtstreif am Horizont zu sehen bekommen würden, so dachten, hofften, wünschten wir. Alles war für einen triumphalen Finaleinzug bereitet. Unser vermeintlicher Wunschgegner stand schon fest, in den Tagen zuvor wurden wir via moderner Medien bei Laune und Hoffnung gehalten.
So pilgerten wir Unermüdlichen in den JSP, um unseren BFC siegen zu sehen. Mit dem Einlaufen der Mannschaften wurde im Stadionrund das Licht gedimmt, damit unsere geplante Begrüßung, hunderte fluoreszierende Knicklichter wurden unter den Anwesenden verteilt, einen ordentlichen Eindruck hinterläßt. Da die Flutlichter ihre Helligkeit noch heraufsetzten, geriet diese Fanaktion zu einem schlechten Omen für das kommende Spiel. Die Lichter wirkten sowas von überhaupt nicht, schade. Die Idee war klasse.
Zum Spiel. In den ersten Minuten schienen die Spieler im Trikot des BFC sich redlich Mühe zu geben. Es kam so etwas wie Stimmung auf. Bis zur 20.Minute. Der KSC kam wiederholt vor unser Tor, die Abwehr des BFC glich einem Torso. Unser Gegner wurde förmlich dazu eingeladen, das 1:0 zu machen. So geschah es also. Im Anschluß wurschtelten die feinen Herren auf dem Platz so mit sich rum, wobei beim KSC eindeutig Spielkultur und mannschaftliches Verständnis herrschte. Beim BFC? Egoismus, kein Leben, null Kommunikation. Jeder wurde vom anderen alleine gelassen, ich konnte kaum Bewegung erkennen. Nur wer durch Zufall den Ball bekam, fühlte sich bemüßigt, damit einige Meter zurückzulegen. Wobei die Betonung auf „zurück“ liegen muß. Irgendwie kullerte der Ball auch einige male vor das Tor der Köpenicker, was dann in der 45. Minute zum Ausgleich führte. Unverdientes Glück. In der anschließenden Pause schwappte noch einmal so etwas wie Vorfreude auf´s Finale durch unsere Reihen. Bei mir schwappte nüscht. Zu grauselig war die erste Halbzeit. Zu ihrer Nachfolgerin:
Pfiff vom Schiedsrichter, ein inkompetentes Thema für sich, aber nicht wert, beachtet zu werden. Er war schlecht und parteiisch. Nur soviel:
„Du bist ein schlechter Schiri, da fällt uns etwas ein: Es kann nicht jeder Schiri ein Adolf Prokop sein!“ –sing-
Minute 49, 2:1 für den KSC. Grund? Schon beschrieben.
Ab dem Zeitpunkt wurden wir gequält und emotional mißhandelt. Für den Großteil unter uns wurde der diesjährige Fußballtraum zerstört. Zunehmend wütender wurden unsere Äußerungen. Auf dem Platz keine Reaktion der „Mannschaft“. Fehlpässe en masse, kein Durchsetzungsvermögen, keine Kreativität, kein Zusammenspiel, kein Leben. Sogar Zombies hätten mehr Esprit verströmt. Im Fußballfachjargon nennt man sowas wohl „Söldnermentalität“.
2 Minuten vor Ultimo 3:1 für den KSC. Ich habe das Tor nicht gesehen, hatte gerade damit zu tun, mein Gesicht in meinen Händen zu vergraben. In der Nachspielzeit dann noch das 2:3.
Schon Minuten vor dem Abpfiff war klar, was an diesem Abend passiert ist.
Der BFC verspielte gegen Magdeburg einen Aufstieg, tat schon weh damals. Der BFC verlor auch mal ein Punktspiel, welches sich negativ auf die Tordifferenz auswirkte. Das war eine Schmach, damals.
Der BFC verlor heute ein Pokalhalbfinale gegen einen unterklassigen Gegner. Dieser Stich ins Herz hat gesessen, wenn er auch nicht tödlich war.
Zum Abschluß gab es noch eine unwitzige Provokationsorgie seitens der Polente.
Fazit: Schlimmer geht´s nimmer.
WRW
Janusz