Fanveranstaltung

28.10.2006


Es trafen sich also nach dem Heimspiel gegen den SV Yesilyurt im Vereinsheim am Abend etwa 100 interessierte BFC-er zur angekündigten Fanparty. Schon beim Eintreffen im altehrwürdigen Sportforum umwehte mich der Hauch des verloren geglaubten Gefühls, zu Hause zu sein. Also durchaus gute Vorraussetzungen für eine Veranstaltung, die so in dieser Form beim BFC lange nicht mehr stattgefunden hatte. Bereits der erste Stimmungseindruck im Vereinsheim vermittelte mir gespannte Erwartungen und auch eine gewisse sympathische Harmonie.

Zu Beginn stellte sich ein Teil der Mannschaft, Nico "Motche" Tomaschewski, Alexander "Jako" Jakowitz, Jens "der Teufel" Manteufel, Frank Berton und unser Neu-Trainer Ingo Rentzsch den Fragen der Fans.

Ingo Rentzsch sagte kurz etwas zu seinem Werdegang seit seinem letzten Engagement beim BFC. Zu den Plänen die laufende Saison betreffend äusserte er mehrfach, dass das oberste Ziel der Nichtabstieg sei. Auch bei einer Platzierungs-spezifischen Einordnung des BFC blieb Ingo Rentzsch klar bei seiner Aussage Nichtabstieg. Auf die Frage eines Fans, wie denn der Trainer die Bedeutung des Berliner Pokals einschätzt, sagte er, ganz bescheiden, dass der Pokal ein "...nettes Nebenbei.." sei.

In all seinen Ausführungen konnte ich spüren, dass Ingo Rentzsch ein sehr kompetenter und zu realistischen Einschätzungen neigender Trainer ist. Ebenso war seine Ehrlichkeit und auch Bescheidenheit ob seiner Ziele und Motivation sehr bemerkenswert. Nach meinen ersten Eindrücken im Vereinsheim und auch dem vorherigen Spiel der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Ein weiterer Fan fragte die Spieler "Seid ihr alle BFC-er?", worauf Jens Manteufel eine ganz klare Antwort gab. Wer das Trikot mit dem Logo des BFC trägt, ist BFC-er mit Leib und Seele. Wer 5 mal die Woche sich den A... im Training aufreisst, ist BFC-er. Von seinen Mannschaftskollegen kam bestätigendes Nicken. Meine Meinung: Wer sich nach einem Punktspiel am Abend noch den Fragen der Fans stellt, muß einfach mit Herzblut an unserem Verein hängen!

Eine weitere Frage betraf das lang anhaltende Fehlen von Robert "Pocke" Pocrnic. Dieser wird in den kommenden 2 Wochen ins Mannschaftstraining wieder einsteigen. Ob er in der Hinrunde noch zum Einsatz kommen kann, wurde nicht beantwortet. Frank Berton erklärte nur kurz etwas zur Schwere der Verletzung und dass Pocke voller Elan daran arbeitet, wieder dabei zu sein.

Hochinteressant waren die Stellungnahmen der Spieler zu der Frage, wo sie lieber ihre Heimspiele austragen würden, im Jahn-Sportpark oder im Sportforum. Von Jako und Motche kamen sehr emotionale, klare Statements. Beide sagten, dass das Sportforum einfach die Heimstätte ist. Zum einen ist es problematisch ein Heimspielgefühl zu bekommen, wenn man im SpoFo seine sieben Fussballsachen packt und in ein anderes Stadion fahren muss. Des weiteren geht der Heim-Bonus flöten, wenn im SpoFo trainiert wird, aber dort keine Punktspiele stattfinden.

Jako sagte noch, dass zwar im SpoFo eine Aschenbahn ist, jedoch die Spieler die Nähe der Fans und ihren Support eher geniessen können. O-Ton: "Man ist einfach näher dran!" Es fiel auch kurz der Begriff "Fluch des Jahn Sportparks..."

Eine weitere Frage betraf die Fanunterstützung. Motche schmiss sich fast über den Tisch, um das Mikro zu ergattern. Er kritisierte ganz klar, dass es komisch ist, dass beim TeBe-Spiel etwa 700 Fans zugegen waren, jedoch gegen TorgeLAU nur 500 kamen. Er verstehe, dass Auswärtsfahrten mehr Spass machen, Zugfahrt, Trinken, Party eben, gab aber auch klar zu bedenken, dass weniger Zuschauer bei Heimspiele weniger Einnahmen für den Verein bedeuten würde. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Phänomen unter uns Fans der Mannschaft nicht gut gefällt. Durch die Blume also eine klare Aufforderung an uns, unseren BFC nicht nur bei Auswärts-Highlights in Massen zu unterstützen!

Es kamen noch Fragen zur allgemeinen Situation mit der regionalen Presse und zur Problematik der fehlenden Sponsorensichtbarkeit durch die Spiele im Jahn-Sportpark. Dazu nur soviel: Sämtliche Presse-Leute dürfen nur noch via Pressetribüne und Innenraum berichten, jegliche Arbeit im Zuschauerbereich ist ab sofort unterbunden.

Sponsoren, welche ihre Werbebanden im SpoFo zu hängen haben und zum Ende der Laufzeit ihre Verträge kündigen, erhalten die Möglichkeit, nach  Kündigung 3 Monate ihre Werbebanden hängen zu lassen, um die Zeit der Stadionsperre auszugleichen.

Es folgte die Vorstellung des "DynatorenClubs". Dazu stellten sich Thomas &qout;Heili" Heilmann, Martin Richter und Daniel Hübscher (Fahnen-Hübscher) den Fragen. Die Idee der Dynatoren wurde kurz vorgestellt. Dabei geht es darum, dass sich Fans zu Gruppen zusammenschliessen und dem Verein mit geringen Geldbeträgen helfen. Es wurde mehrfach herausgearbeitet, dass jeder Euro gebraucht wird, es somit also auch ganz klar keine Mindestsumme gibt, die gegeben werden kann oder soll. Etwaige Fragen wurden im Anschluss in privaten Gesprächen beantwortet.

Ergänzend dazu soll der "Club 100" bestehen. Dieser wendet sich ganz klar an Kleinunternehmer aus dem Umfeld des BFC. Dabei sollte ein nicht festgelegter monatlicher Betrag als Sponsoring dienen. Ziel ist es, in kurzer Zeit eben 100 solcher Unterstützer zu binden. Des Weiteren können durch das Zusammenführen der verschiedenen Kleinsponsoren auch gewissen Synergieeffekte erreicht werden. Diese kommen dann eben auch den jeweiligen "Club 100"-Mitstreitern zugute.

Nach diesem offiziellen Teil wurde der gesellige Abschnitt des Abends eingeläutet. Bei Freibier und einem opulenten Buffet konnten 3 BFC-er bekehrt werden, sich als zahlende Mitglieder eintragen zu lassen. Auch wurden etliche Zusagen zum "DynatorenClub" gegeben. Den ausgelobten Hauptpreis gewann Dirk Lange, der umgehend seinen Mitgliedsantrag unterschrieb und den Jahresbeitrag beglich.

Mein Fazit: Ein überaus gelungener Abend. Endlich eine Veranstaltung, in der sich BFCer aller Couleur zusammensetzten und sich Gedanken um Gegenwart und Zukunft machten. Die Stimmung war durchweg harmonisch. Im Zuge des Freibieres wurden alte Weisen des BFC zum Besten gegeben, eben ein unbeschwerter Abend. Gut, dass wir uns gegenseitig gezeigt haben, dass wir so was hinkriegen können.

Eines möchte ich zum Abschluss nicht unerwähnt lassen. Thomas Heilmann gab noch einmal ein klares Statement ab: "Mein einziges Ziel ist es, den BFC vorwärts zu bringen! Ich möchte nicht im Vorstand arbeiten und habe dabei keinerlei Hintergedanken, erst Recht keine politischen."

Mich hat dieser Abend überzeugt, war ich doch sehr kritisch den angedachten Aktionen gegenüber. Meine Fragen wurden zur Genüge beantwortet und ich hatte durchweg das Gefühl, dass sich Leute gefunden haben, die unseren BFC voran bringen wollen. Nun liegt es an uns, diese Ideen mit Leben zu erfüllen. Und dies nachhaltig.

Wer nicht da war, hat etwas verpasst.

Dank an die Organisatoren und an alle BFC-er, die zu diesem gelungenen Stelldichein beigetragen haben.

Mit zuversichtlichen Weinrotweissen Grüssen

Jan Berthold/JanuszGG